30 Jahre AIDA

 

 

AIDA Cruises feiert sein 30-jähriges Bestehen. Eine Reederei mit elf Kreuzfahrtschiffen und Firmensitz in Rostock. Fast täglich legen die schmucken, weißen Schiffe in Hamburg an, wechseln komplett die Passagiere, also ca. 4.000 raus und 4.000 rein, und machen sich dann am Abend erneut auf ihren Weg. Mal nach England und Frankreich oder in den Norden, zum Besuch in Skandinavien. Manchmal starten sie sogar eine Weltreise und kehren erst nach zehn oder mehr Wochen wieder zurück. 

Am Heck der Schiffe steht ihr Name und darunter in kleinen Buchstaben ‚Genova‘. Das ist der Heimathafen der AIDA-Flotte. Man fährt also unter italienischer Flagge. Letztendlich gehört AIDA Cruises aber zur Carnival Reederei (USA), die wiederum eine Tochtergesellschaft in Southampton, England, hat. Und weil in dieser Familie auch die Cunard Line mit ihren Transatlantiklinern zu Hause ist, darf man die ‚Queen Mary 2‘ durchaus als entfernte Cousine der AIDA-Schiffe betrachten. Genug aus der Firmen-Familienforschung.

 

 

Weil AIDA Cruises untrennbar mit dem Hamburger Hafen verbunden ist, hat man den Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten in der Elbe stattfinden lassen. Eine Parade aus drei Kreuzfahrern passierte die Landungsbrücken und einige Schlepper ließen das Geburtstagskind mit einem bunten Feuerwerk hochleben. Das Wetter war nicht wirklich in Feierlaune, konnte sich aber noch rechtzeitig besinnen. Der heftige Regen, der am Nachmittag niederprasselte, war abgezogen, als die Schiffe am Horizont auftauchten. Zwei waren schon den ganzen Tag in Hamburg gewesen. Die AIDAsol und die AIDAperla hatten den üblichen Passagierwechsel tagsüber vollzogen. Das eine Schiff am Cruise Center Steinwerder und das andere in Altona. Die dritte im Bunde, die AIDAprima wurde eigentlich am Anleger in der HafenCity erwartet, verspätete sich dann aber um einen ganzen Tag. Immerhin kam sie rechtzeitig zur Parade und da überließ man nichts dem Zufall. Schon ab Helgoland drosselte man das Tempo und schlich sich dann ganz gemütlich die Elbe rauf. Auf die Minute pünktlich erreichte das Schiff die Landungsbrücken. 

Damit man aufgereiht wie an einer Kette gemeinsam den Hafen verlassen konnte, musste man sich erst einmal formieren. Das passiert grundsätzlich vor der HafenCity, denn nur dort ist das Fahrwasser breit genug, um auch einem Kreuzfahrtschiff eine Wendemöglichkeit zu bieten. Genau das machte die AIDAperla. Ihre beiden Schwestern fuhren kurzerhand rückwärts die Elbe hoch und sparten sich damit die Drehung. Schade eigentlich, denn nirgends kommt man als Zuschauer einem Bug oder Heck näher, als bei diesen engen Wendemanövern. 

 

 

Am nächsten Tag berichtete die Zeitung, dass tausende von Zuschauern auf den Landungsbrücken gestanden hätten. Mag sein, aber im Vorfeld wurde kaum über die Parade berichtet. Und so wunderte es mich nicht, dass wir, zwei Freundinnen und ich, den Strandkai ganz für uns alleine hatten. Einzig ein Angler war vor Ort, aber der wollte Fische fangen und war nicht wegen der Schiffe gekommen. So ein Wendemanöver und das dann exakte Formieren nehmen Zeit in Anspruch. Einige Spaziergänger wurden aufmerksam, und so standen wir schlussendlich vielleicht mit zwei Dutzend Menschen an der Kaikante. Mit war das sehr lieb, denn Fotografen mögen es, wenn sie Platz haben.

Als die drei Schiffe losfuhren, kam in mir ein Hauch von Fernweh auf. Vielleicht sollte ich doch noch einmal die Reise nach Norwegen wagen, die schon so lange geplant ist? Oder gleich die Tour rund um die britische Insel, mit Abstecher nach Irland? Island wäre schön, oder nur mal kurz nach Kopenhagen? Reizvolle Ziele gibt es genug, und bei AIDA würde ich jederzeit gerne wieder mitfahren. Die Kabinen sind sauber, das Personal unglaublich freundlich und aufmerksam und der Preis erlaubt mir sogar ein Upgrade in die Balkon-Klasse. Heute bleibe ich aber an Land, winke den Schiffen und ihren Passagieren hinterher und freue mich über die Bilder, die ich mit nach Hause nehmen kann. Gute Reise.

Und ein Video habe ich gemacht. Ihr könnt es auf YouTube ansehen.