Ahoi

 

Von Kopf bis Fuß, oder seemännisch ausgedrückt vom Peildeck bis zum Kiel, misst die Cap San Diego 26,5 Meter. Das entspricht der Höhe eines fünfstöckigen Hauses und muss vom Besucher erst einmal erklommen werden. Gut, man startet nicht vom Grund der Elbe, sondern vom Ponton der Überseebrücke. Wir können also ein paar Meter abziehen, aber ich war ganz schön am Pusten. Hier eine Treppe, dort die nächste, und eine steiler als die andere. Aber ich habe es geschafft! Mit Konzentration und Festhalten an beiden Handläufen bin ich wie eine Bergziege von Deck zu Deck geklettert. Ach, ich sollte erwähnen, wo ich war, obwohl Sie es längst wissen, denn das Schiff hat trotz seines Alters einen hohen Bekanntheitsgrad. Es handelt sich um den ehemaligen Frachter ‚Cap San Diego‘, der heute ein Museumsschiff ist, allerdings noch immer fahrtüchtig und aktiv (allerdings nicht als Frachtschiff). 

Letzte Woche war die ‚Cap San Diego‘ noch in der Werft. Ich glaube, sie war in Bremerhaven, auf jeden Fall hat ihre Abwesenheit eine deutlich sichtbare Lücke im Hafen hinterlassen. Gleich an den Landungsbrücken liegen der Großsegler ‚Rickmer Rickmers‘ und die schneeweiße ‚Cap San Diego‘. Schon aus der U-Bahn, die hier praktischerweise auf einer Brücke entlangfährt, sieht man die beiden Schiffe. Und beide laden zur Besichtigung ein. Das habe ich heute genutzt, denn vielleicht werde ich beim Hafengeburtstag den Gästen auf der ‚Cap San Diego‘ entgegenfahren. Noch habe ich mich nicht entschieden, aber mein heutiger Besuch hat mich mehr als zuversichtlich gestimmt. Wenn man dann noch Kontakt zum Regengott hätte, wäre alles einfacher.

 

 

Heute habe ich also einen Test-Rundgang gemacht und leider die Ersatzbatterie für meine Kamera vergessen. Nach halber Strecke war sie leer und ich habe meinen Besuch beendet. Aber ganz klar, in jedem Fall, werde ich zurückkommen. Auf der Cap San Diego kann man so viele tolle Sachen entdecken, dass man viel mehr Zeit mitbringen sollte, als ich sie heute Morgen hatte. Den Maschinenraum habe ich ganz ausgelassen und an der Kammer des Chefkochs bin ich bedauerlicherweise auch vorbeigelaufen. Trotzdem habe ich einige schöne Fotos mitgebracht und die zeige ich gerne.

Heute mache ich es mal anders als üblich. Statt viel Text, gibt es viele Fotos. Mein nächster Besuch auf dem Schiff wird schon bald stattfinden, vielleicht Anfang Mai, und dann habe ich noch viel Zeit, um ein wenig mehr über die ‚Cap San Diego‘ zu erzählen. Beim heutigen Abschied habe ich ihr zugeraunt: „Fair winds and following seas“ und glaubte, ein tiefes Brummen im Bauch des Schiffes gehört zu haben. Aber vielleicht galt es gar nicht mir?

 

 

Hier finden Sie die ‚Cap San Diego‘: