Alles geht im Kreis

Man trifft sich bekanntlich immer und wenigstens zweimal. Das ist mir gerade mal wieder passiert und dann auch noch in kürzester Zeit. Im letzten Beitrag schrieb ich über die Autofrachter der Grimaldi Linie und um den Beitrag mit passenden Fotos zu präsentieren, habe ich lange nach der Ankunftszeit des Schiffes gesucht. Wann kommt der Frachter, wo kann ich mich hinstellen, welche Kamera mitnehmen? Ich war ganz stolz, dass es dann tatsächlich reibungslos funktionierte. Es gibt zwar auch in der Schifffahrt einen Fahrplan, aber umständehalber mit großzügigen Zeitfenstern. Wind und Tide wirken sich aus. Und man muss dreimal auf der Elbe einen Lotsen an Bord nehmen bzw. verabschieden und das Manöver dauert mal kürzer und mal länger. Ich glaube, Geduld ist eine Grundvoraussetzung für alle Berufe, die mit dem Schiffsverkehr im Hafen zu tun haben.

Im vorletzten Beitrag habe ich die Videomöglichkeiten meiner Kamera ausgetestet und bin erst nach Einbruch der Dunkelheit losmarschiert. Gestern habe ich die Inhalte der beiden letzten Posts sozusagen in einem Streich erledigt. Nach einem herrlichen Frühlingstag hatte ich Lust, noch eine Runde zu drehen (in Dunkelheit), und am Hafen kommt mir doch prompt der nächste Grimaldi-Autoliner entgegen.

 

 

Ich habe angefangen, kleine Videos zu drehen, und lade sie auf YouTube hoch. Eigentlich nicht kompliziert, und doch gibt es Stolperfallen für blutige Anfänger, wie ich es bin. Nach den ersten wackeligen Versuchen – das darf wortwörtlich verstanden werden – ist es mir gelungen, eine deutlich bessere Stabilität ins Bild zu bringen. Aber ein entscheidender Baustein fehlte, nämlich der Ton. Man glaubt nicht, wie schwierig das ist. Die technischen Hürden kann man Stück für Stück überwinden, aber die Hemmschwelle türmt sich meterhoch auf. Sobald das rote Licht am Mikrofon aufleuchtet, versagt mir die Stimme oder noch schlimmer gleich der Verstand. Seit dieser Erfahrung habe ich größte Hochachtung vor jedem Vlogger. Wow, wie macht ihr das???

Meine ersten beiden vertonten Videos sind erstellt und online auf YouTube. Natürlich will ich noch viel bessere Ergebnisse haben, aber wichtig ist momentan nur eines für mich: Ich habe die rote Linie überschritten. Hurra. Wenn es einmal geklappt hat, dann wird es beim nächsten Mal wieder funktionieren. Und damit bei der vielen ‚Arbeit‘ nicht ganz die Freude am Fotografieren verliere, mache ich kurze Abendspaziergänge wie diesen und freue mich einfach an den Bildern und der Stimmung vor Ort. Übrigens hatten wir an dem Abend einen Sichelmond und man kann ihn ganz schwach am Himmel erkennen. Er stand genau über dem Großmast der Rickmer Rickmers. Hafenromantik pur, was will man mehr.