Das Bügeleisen

Moin!

Heute hatte ich mir fest vorgenommen, zu bügeln. Am besten gleich morgens, dann ist es erledigt. Das Plätten finde ich nicht so schlimm, aber die Vorbereitungen nerven. Das Brett aus seinem Versteck zerren, später natürlich wieder hineinbugsieren, und auch das Eisen liegt schwer erreichbar weit oben und ganz hinten in seinem Karton. Brett aufstellen, Wasser in den Tank einfüllen, freie Steckdose suchen, all diese Dinge sind mir lästig. Und doch: Watt mutt, datt mutt.

Wundervolles Herbstwetter. Seit Tagen schaut die Sonne endlich mal wieder durch den dicken Hochnebel. Zaghaft, aber immerhin eine Lücke da oben. Es ist ungewöhnlich warm für Mitte November. Die Gelegenheit sollte ich nutzen. Gedacht, getan. Die Hausarbeit kann warten. Ich greife mir die Jacke, rein in die Schuhe und los. 

Herrlich die Luft! Ich gehe der Nase nach am Wasser entlang. Vor mir liegt die Elbphilharmonie. Auf einem Pfahl sitzt ein Kormoran. Drüben am O’Swaldkai hat ein Autofrachter festgemacht. Eine Hadag Fähre nähert sich dem Anleger, auf dem ich inzwischen stehe. Spontan entschließe ich mich, mitzufahren. Wir schaukeln auf den Wellen den Landungsbrücken entgegen, wo ich umsteige und noch bis Altona an Bord bleibe.

Dann will ich zu Fuß zurückgehen, ein langer, gesunder Spaziergang. Auf dem Weg komme ich am Hadag-Anleger vorbei. Dort liegen alle Fährschiffe, die nicht im Einsatz sind. Zwei oder drei sind neu, mit E-Motor und optisch auffälligen Bug. Die meisten aber gehören zur alten Baureihe, die den Hamburgern als „Bügeleisen“ bekannt ist. Und da fällt mir ein, da war doch noch was?

 

Hadag Fähre Typ 2000, das ‚Bügeleisen‘. Fast 30 Meter lang und gut 8 Meter breit. Tiefgang 1,7 Meter. Platz für 250 Fahrgäste und unbegrenzt viele Möwen.