Eine Königin kommt zu Besuch

Kurz vor Weihnachten hatte das Schiff erstmals in der HafenCity angelegt. Das liess ich mir nicht entgehen, machte meine Fotos und schrieb einen Blogbeitrag. Heute also eine Wiederholung und das passiert nicht oft auf den BluePeter Seiten. Wenn uns aber die Cunard Line eine ihrer Königinnen schickt und die auch noch zum Greifen nah an der Kaikante liegt, dann zeige ich das gerne zweimal.

 

 

Die Inbetriebnahme des Cruise Centers in der HafenCity fand vor gut einem Jahr statt und inzwischen legen die Kreuzfahrtschiffe regelmäßig dort an. Nicht nur die kleinen Expeditionsschiffe, nein auch die großen Pötte. TUI, MSC und neuerdings auch AIDA. Die Atlantik-Liner der Cunard Reederei sind aber noch immer ein ganz besonderer Höhepunkt. Nicht alleine die Länge und Breite, oder gar der Tiefgang, der zwar nicht sichtbar ist, aber jedes andere Passgierschiff in den Schatten stellt, beeindrucken. Es ist weit mehr, nämlich die einmalige Ausstrahlung dieser Schiffe. Sie sind etwas ganz Besonderes und es gibt wohl nur wenige Zuschauer, die nicht den Wunsch verspüren, sofort einzusteigen und mitzufahren. 

Dieses Mal war es die ‚Queen Anne‘, die von Southampton kommend in der HafenCity anlegte. Man merkt es, wenn die fast drei Tausend Passagiere von Bord gehen und sich unter die Menschen im Westfield Center mengen. Auf einmal wird überall Englisch gesprochen und auf die netteste und höflichste Weise nach dem Weg zum Taxistand gefragt. 

 

 

Nicht immer kann man sich auf die geplanten Auslaufzeiten verlassen, aber ich hatte Glück. Und ein wenig lag es wohl auch an den Umständen. Wie erwähnt hat die ‚Queen Anne‘ deutlich mehr Tiefgang als andere Kreuzfahrtschiffe und da braucht man am alten Elbtunnel genug Wasser unter dem Kiel. Da schauen Lotse und Kapitän bestimmt zweimal in den Tidekalender, ob alles passt. Jedenfalls als ich nachmittags am Liegeplatz ankam, sah ich schon Männer in Warnwesten dort stehen, die nur dann kommen, wenn die Abfahrt kurz bevor steht. Es waren Festmacher, die die schweren Leinen vom Poller loswerfen. Kurz später legt das Schiff dann ab. Zunächst fuhr es rückwärts in die Mitte des Fahrwassers. Dort gibt es eine sehr breite Stelle, wo man wenden kann. Das geschah ohne die Hilfe von Schleppern. Einzig der Hafenlotse war an Bord. Das Wendemanöver findet direkt vor dem Strandkai statt und es ist immer wieder beeindruckend, wenn ein so großes Schiff keine fünfzig Meter entfernt vor einem liegt. Besonders wenn man direkt auf den Bug schaut. Auf hoher See wird man diesen Anblick hoffentlich nie erleben.

Majestätisch, wie es sich für eine Königin ziemt, drehte sich die ‚Queen Anne‘ um die eigene Achse. Dann nahm sie langsam Fahrt auf und gleitete mit der Flut in Richtung Nordsee. Nach einem Zwischenstopp an Englands Südküste wird sie den Atlantik überqueren und schließlich in New York anlegen. Meine besten Wünsche habe ich ihr hinterher geschickt und freue mich jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen. – Ein kurzes Video habe ich auf YouTube veröffentlicht.