Jetzt also zum zweiten Teil, den ich gestern schon angekündigt hatte. Heute erzähle ich von meinem Besuch in der ‚Botschaft der Wiltiere‘. Die interaktive Dauerausstellung ist in der HafenCity zu finden, nicht weit entfernt vom Bahnhof Elbbrücken, direkt am Baakenhafen. Man kann den Besuch also gut in einen längeren Ausflug einbetten, denn es gibt im Haus und rundherum viel zu sehen.
Die Hamburger ‚Deutsche Wildtierstiftung‘ hat die Ausstellung ermöglicht. Dahinter stehen der Stifter Haymo Rethwisch und sein Nachlass. Ich konnte mit seinem Namen nichts anfangen, vielleicht geht es anderen genauso. Haymo Rethwisch war ein Unternehmer, der die Firma boco (Berufskleidung) von seinem Vater geerbt hatte. Kurz vor seinem 60. Geburtstag verkaufte er die Firma. Schon einige Jahre vorher hatte er seine Stiftung gegründet und konnte nun über 130 Hektar Land erwerben, das für heimische Wildtiere nutzbar gemacht wurde. Sein Ziel war der Erhalt der Tierarten und deren Schutz. Nach seinem Tod (2014) belief sich das Stiftungsvermögen bereits auf 109 Millionen Euro. Was man daraus machen kann, erlebt man auf beste Weise in der Tierbotschaft in der HafenCity.
Meine Erwartungen waren nicht hoch. Ich kenne die Ausstellungen des NABU und habe es mir ähnlich vorgestellt. Aber die ‚Botschaft der Wildtiere‘ hat mich überrascht und begeistert. Professionell, informativ und liebevoll zeigen sich Fuchs & Hase. Natürlich auch Wildschweine, Wölfe und sogar Robben. Alles präparierte Exemplare, die dem Besucher ihren Lebensraum und ihre Bedürfnisse zeigen. Besonders hat mir der wunderbar feinsinnige Humor gefallen, der sich durch die Ausstellung zieht. Da denke ich natürlich an die Tiere, die ihre Menükarte studieren, aber auch an die Fußspuren, die stimmigerweise auch mal über einen Stuhl führen. Wir folgen schließlich der Fährte einer Wildkatze oder eines Wolfs? Die halten sich nicht ausnahmslos an unsere Regeln.
Ein netter, großer Kinosaal, mit bequemen Sesseln, lädt zum Verweilen ein. Man zeigt einen ca. 20-minütigen Film mit wirklich wunderschönen Bildern, in dem heimische Wildtiere die Hauptrolle spielen. Alles wird von passender Musik untermalt und ich habe das Angebot als willkommene Meditationspause genutzt. Übrigens kann man anschließend gleich vom Kino aus auf die untere Ebene der Ausstellung gelangen, wo es spannend weitergeht.
Nach meinem Rundgang bin ich im Shop fündig geworden. Meine Wahl fiel auf das Buch zur ‚Botschaft der Wildtiere‘. Damit kann ich zu Hause alles noch einmal nachverfolgen. Und ein zweiter Besuch ist auch schon geplant. Vielleicht in der ‚Langen Nacht der Museen‘, denn man beteiligt sich an dem Projekt. Vor allem aber habe ich noch keines der interaktiven Angebote genutzt. Das will ich nachholen und am liebsten in Begleitung einer Freundin. An jeder Station gibt es etwas zu entdecken, warten Touchscreens auf einen Befehl. Deshalb kann ich die Ausstellung auch guten Gewissens Familien mit Kindern empfehlen.
Und nach dem Besuch schlendert man über die Kaianlagen, winkt den Schiffen zu und wird vielleicht einen Kormoran beim Fischen zuschauen können. Mein Tipp: Am Zollkanal/Binnenhafen oder im City Sporthafen vor der Jan-Fedder-Promenade. Wenn dann irgendwann der Elbtower fertig ist und das geplante Naturkunde-Museum dort öffnen wird, dann haben wir zwei tolle Ausstellungen, nah beieinander, in der HafenCity.
















