Full House

Das Kreuzfahrt-Terminal in der HafenCity hat zwei Liegeplätze. Theoretisch können also zwei Schiffe mit max. Länge von 345 und 230 Metern gleichzeitig festmachen. Bisher ist das aber nie geschehen, bis heute. 

Wir haben uns an den Anblick von wirklich großen Schiffen gewöhnt, manche mit 20 Decks, höher als die Wohntürme rundherum. Es kamen Gäste mit Übergröße, so dass Heck und Bug weit über die Kaikante herausragten. Und heute überrascht uns ein neuer Anblick: Zwei Cruiser liegen hintereinander. Bug an Bug schauen sie sich freundlich an.

 

 

Beide Schiffe sind alte Bekannte. Die ‚MS Europa‘ ist ein hochfeines Schiff. Inzwischen etwas in die Jahre gekommen, aber zwölf Jahre lang wurde sie mit der Kategorie ‚5-Sterne-plus‘ ausgezeichnet. Mehr geht nicht. Ich hatte gedacht, sie wäre auch als TV-Schiff bekannt geworden, liege aber falsch. Allerdings muss ich nicht lange suchen, um das wirkliche ZDF-Traumschiff zu finden, denn das ist die ‚Amadea‘. Sie hat gleich hinter der ‚Europa‘ festgemacht.

Die ‚Europa‘ sieht etwas kleiner aus, misst knapp 200 Meter, aber auch das täuscht, denn die Amadea ist sogar noch wenige Meter kürzer. Die maximale Kailänge ist also noch nicht ausgereizt, aber das wird sicherlich auch demnächst passieren. Heute ist es eine Generalprobe für das Terminal. Zwei Schiffe machen doppelt Arbeit. Passagiere beenden ihre Reise und andere gehen an Bord. Abfall wird entsorgt und frische Lebensmittel werden an Bord gehievt. Eine logistische Herausforderung, und da macht es sicherlich etwas aus, ob ein oder zwei Schiffe versorgt werden müssen. Es scheint alles reibungslos zu laufen. Allein das Wetter ist leicht trübsinnig gestimmt. Macht aber nichts, denn die Schiffe liegen so nahe vor dem Westfield Center, dass man den Regenschirm eigentlich gar nicht aufspannen muss.

 

 

Beide Schiffe sollen um 18:00 Uhr ablegen. Das ist aber nur eine Planung. In der Seefahrt sind Termine von anderen Dingen abhängig: Tide, Wasserstand, Wind und Wetter. Und aussergewöhnlichen Ereignissen, wie die heutige Vollsperrung des Hamburger Flughafens. Ein Notfall führte zu der Sperrung und anfliegende Maschinen wurden umgeleitet. Gut möglich, dass Passagiere der beiden Schiffe in Hanover gelandet sind und jetzt per Bus nach Hamburg eilen. Darauf nehmen die Reedereien Rücksicht und dann kann sich eine geplante Abfahrt durchaus um Stunden verzögern. Wie auch immer, morgen früh werden sie weg sein. Die eine, nämlich die ‚Europa‘ wird dann in Richtung Norwegen fahren, und die ‚Amadea‘ macht möglicherweise eine Werft-Pause? Sie wird nämlich erst Ende des Monats in England erwartet. 

Erst am 20. Juli wird es die nächste Schiffbegegnung am Chicagokai in der HafenCity geben. Dann trifft die ‚Aurora‘ auf die ‚Hamburg‘. Das schaue ich mir auf jeden Fall an. Kommen Sie mit?