Gestrandet?

Auf dem Grasbrook gestrandet?

Heute Morgen war ich mit meiner Hausärztin verabredet. Zum Glück erst um zehn, aber bitte nüchtern. Ob es wirklich einen Unterschied macht, wenn ich einen Becher Kaffee trinke? Einen Augenblick zögerte ich, dann entschied der Verstand, folgsam zu sein. Immerhin schien die Sonne und der Fußweg zur Praxis führte mich am alten Grasbrookhafen vorbei. Vor mir die Elbe, mit der Elphi an der Seite. Gegenüber der Steinwerder Hafen und der Reiherstieg. Ein vertrauter Anblick. Dann aber fiel mir der ‚Fehler‘ auf: Drüben im Reiherstieg lag ein ausgewachsener Frachter (grün-weissse Lackierung). Lag der wirklich in dem schmalen Kanal oder war der gar gestrandet? 

Ich war in Eile, aber nach dem Arzttermin, wollte ich es mir doch noch einmal genauer ansehen. Der kleine Umweg zu dem Platz vor der Elphi sollte reichen, um das Schiff besser zu sehen. Es lag tatsächlich im Reiherstieg. Hatte am Kai der Norderwerft festgemacht. Wollte der Frachter dort einchecken? Zu Hause fand ich heraus, dass es sich um das Containerschiff ‚Heinrich Ehler‘ handelte. Es misst 166 × 27 Meter und das dürfte für die Docks nicht passen. Das größte von ihnen hat Abmessungen von 164 × 28 m. Aber wer weiß, vielleicht lässt man hinten ein Stück Schiff heraushängen und bugsiert den stattlichen Frachter mit aller Vorsicht in den Kasten hinein?

Aktuell liegt das Feederschiff (kleines Containerschiff) ‚Heinrich Ehler‘ am Kai der Werft. Ich bin gespannt, ob ich es morgen dort noch sehen kann, und werde gerne berichten. Übrigens kann man ganz bequem von der Hochbahn aus einen Blick auf den Frachter werfen, denn der Reiherstieg mündet genau gegenüber vom Baumwall in die Norderelbe. Durchfährt man ihn in ganzer Länge, etwa 7 Kilometer, dann erreicht man die Süderelbe. 

 

 

PS: Als ich am nächsten Morgen nach ‚Heinrich Ehler‘ Ausschau hielt, war der bereits auf seinem Weg nach Dünkirchen und passierte gerade die Elbmündung. Gute Fahrt und vielleicht sieht man sich mal wieder?