Es ist noch immer bitterkalt. Das Thermometer pendelt um den Gefrierpunkt und der Wind macht die feuchte Luft noch kälter. Solang kein Regen einsetzt, ist alles sicher. Der Einsatz von Streusalz hat nachhaltige Wirkung gezeigt. Allerdings muss man an den Hafenpromenaden vorsichtig sein. Ich wage es trotzdem. Am Süd-West-Terminal hat ein Schiff festgemacht und das möchte ich mir näher ansehen.
Es handelt sich um einen Schwergut-Frachter mit dem Namen ‚BBC Bremen‘. Die drei Buchstaben stehen für die Reederei (Briese Bischoff Company), haben also nichts mit der Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreiches zu tun. Meine Aufmerksamkeit wurde geweckt, als ich einen kurzen Blick auf das Schiff werfen konnte, als es sich im Fahrwasser drehte, um metergenau einzuparken. Die Silhouette fiel auf und kam mir bekannt vor. Der hochgezogene Bug und die weit vorn liegende Brücke. Dazu die bordeigenen Ladekrane, die gewaltige Lasten heben können und entsprechend massiv gebaut sind. Das alles erinnerte mich an die ‚Elise‘, die Ende November zu Besuch kam. Sie wurde mit Feuerwerk begrüßt, denn es war ihre erste Fahrt und sie gehört zu einer ganz neuen, hochmodernen Baureihe.
Die ‚BBC Bremen‘ ist zwar kein Schwesterschiff, wurde aber auch erst vor wenigen Monaten in Dienst gestellt und hat fast identische Abmessungen. Bei beiden Schiffen fallen der Bug und die Brücke auf, die weit vorn liegt. Normalerweise sind die Aufbauten eher hinten, manchmal direkt am Heck, angeordnet. Beide Schiffe verbrauchen bis zu einem Drittel weniger Treibstoff als andere Frachter. Sie sind relativ klein, schnell und stabil und können problemlos durch Eis fahren. Die ‚BBC Bremen‘ wird regelmäßig auf den Großen Seen in Nordamerika eingesetzt. Sie kann Container laden, ist aber eigentlich für speziellere Schwergutladung konzipiert. Die ‚Elise‘ transportiert oft zerlegte Windräder über das Meer. Die ‚BBC Bremen‘ kann das auch, wurde aber am Süd-West-Terminal mit kompakteren Teilen beladen. Was es war, konnte ich nicht erkennen, aber vermutlich wertvoll, denn man nahm sich auffallend viel Zeit, bis der Kran die Ladung in die Höhe zog und über die Bordwand ins Innere des Schiffs hievte.
Am zweiten Kai des Terminals lag ein kleineres Schiff, das wie ein Weihnachtsbaum strahlte. Unzählige Scheinwerfer waren an Deck und an den Aufbauten montiert, und alle leuchteten strahlend hell über die träge dahinfließende Elbe. Ich machte ein paar Fotos aus der Entfernung und fand den Namen des Schiffs erst heraus, als ich wieder zu Hause war. Es ist die ‚RV Celtic Explorer‘. Ein Gast aus Irland, ein Forschungsschiff, das unbedingt einen zweiten Besuch wert ist. Hoffentlich bleiben sie noch ein paar Tage in Hamburg.

















