Die Wartezeit ist lang. Nur alle zwei Jahre finden die Cruise Days im Hamburger Hafen statt, aber jedes Mal ist es ein echtes WOW-Ereignis. Sieht man die Schiffe in der Dämmerung heranziehen, dann stellt sich ein Gänsehautgefühl ein. Der eine bekommt Fernweh, der andere sehnt sich nach Nähe. Und unzählige weitere Gefühle stellen sich ein, alle im intensiven Bereich der emotionalen Skala. Ich traf niemanden, der unberührt blieb. Der Kreuzfahrer, die ‚Vasco da Gama‘ näherte sich und zeitgleich erstrahlte der Hafen in leuchtend blauen Licht. Dank ‚Blue Port‘ ist dieses Spektakel und Wunderwerk möglich. Die ‚Vasco da Gama‘ wird später am Abend mit Feuerwerk und Lasershow an den Landungsbrücken vorbeiziehen. Damit das gelingt, wird sie erst einmal in Position gebracht. Zwei Schlepperkapitäne und ein Hafenlotse sind sehr konzentriert, während die Zuschauer an den Ufern sich dem märchenhaften Anblick hingeben. Den Moment, als der Kreuzfahrer vorbeifuhr, habe ich aufgenommen und möchte die Bilder gerne mit allen teilen, die nicht dabei sein konnten.
Die Vasco da Gama fährt zu ihrem Wendeplatz:
Das Schiff fährt ganz nahe vorbei:
Am nächsten Morgen habe ich mich noch einmal auf den Weg gemacht. Der Kreuzfahrer war nämlich noch immer im Hafen und durfte an prominenter Stelle ankern. Die Vasco da Gama lag den ganzen langen Tag an der Überseebrücke. Das passt so gerade, denn für solche großen Schiffe ist der Anleger nicht gebaut worden. Wir Besucher konnten dem Schiff ganz nahe kommen und nur ein schmaler abgegrenzter Streifen bewahrte davor, dass sich abends beim Auslauf, etliche blinde Passagiere an Bord verstecken würden. Ich hatte zwar daran gedacht, ein Weitwinkel-Objektiv mitzunehmen, aber auch das reichte bei Weitem nicht aus, um das Schiff in ganzer Länge zu fotografieren.
Der Namensgeber war ein portugiesischer Seefahrer, der den Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung entdeckte, als er nach Indien unterwegs war. Das geschah im Mai 1498, also vor 527 Jahren. Das ist eine stolze Zahl und genug Zeitspanne für ca. 22 Lebens-Generationen. In Hamburg würde sich der berühmte Mann bestimmt wohlfühlen, dann das gleichnamige Schiff hat direkt vor dem Portugiesenviertel festgemacht, und drüben, in der HafenCity, wurde ein Platz nach ihm benannt.
Die ‚Vasco da Gama‘, also der Kreuzfahrer, ist auch schon eine betagte Lady. Sie wurde 1993 in Dienst gestellt und zählt mit knapp 220 Meter Länge zu den kleineren Cruisern. Dafür sind aber auch nur 1.000 Passagiere an Bord und das macht die Reise sicherlich sehr viel persönlicher als auf den gigantischen Kollegen. Vorgestern war sie noch in Bergen, Norwegen. Heute Abend startet sie dann zum nächsten Ziel, das im Vessel Finder leider noch nicht verraten wird. Vielleicht geht es wieder in den Norden oder nach Frankreich oder Southampton? Egal wohin, ich wünsche gute Fahrt und hoffe auf ein Wiedersehen.















