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BluePeter

Winter in Hamburg

Ich mag den Winter. Früher war bekanntlich alles besser (oder hatten wir nur einen anderen Blickwinkel?), jedenfalls konnten wir es kaum abwarten, bis sich der erste Frost meldete. Ich spreche jetzt von meiner Kindheit, also von einer Zeit aus einem anderen Jahrhundert, eben sehr viel früher ...

Damals holten wir den Schlitten aus dem Keller und rodelten den ganzen Tag durch die Straßen. Autos waren nur wenige unterwegs und bereits nach einer kalten Winternacht lag genug Schnee, um brauchbaren Grip unter den Kufen zu spüren. Der Schneemann wurde ganz nebenbei und in Windeseile aus zwei großen Kugeln geformt und dann noch eine kleinere für den Kopf. Das war mein Job, denn ich war die Jüngste in der Gang. Mit ein paar Zweigen fertigten wir die Arme an und mit Kohle wurden die Knöpfe gesetzt. Eine Karotte diente als rote Nase. Schnell noch den Schal umlegen, fertig.

Heute ist es so eine Sache mit dem Winter und dem Schnee. Ich bleibe bei meiner Behauptung, dass 'richtiger' Schnee seit Einführung der Winterreifenpflicht ausgeblieben ist. Ob da ein Zusammenhang besteht, muss jeder selbst entscheiden. Wenn es dann doch einmal vom Himmel flockt (wie die TV-Wetterexperten gerne formulieren), muss man schnell sein, um Fotos zu bekommen. Meisten hält die Pracht nur wenige Stunden, da kann man bestenfalls in der unmittelbaren Nachbarschaft auf Motivsuche gehen. Oder man knipst gleich durchs Fenster in den Garten, weil der Hamburger Schnee mal wieder entschieden zu viel flüssiges Wasser enthält.

Als ich meine Fotos durchsah, war ich überrascht und enttäuscht. Es fand sich kein einziges Bild, das die Freuden des Winters zeigte. Gibt es die nicht mehr? Doch, nur ich war zu faul sie zu suchen. Es gibt die Weihnachtsmärkte, den Winterdom, die Alstertanne und die weihnachtlich dekorierte Innenstadt. Und das alles sieht vermutlich auch ohne Schnee stimmungsvoll aus, sobald die Dämmerung einsetzt. Ich glaube, ich habe es mir seit Jahrzehnten nicht mehr angesehen und deshalb wird es höchste Zeit. Versprochen, ich werde mich aufraffen und den Fotoapparat mitnehmen. Und wenn ich ein paar schöne Bilder machen kann, dann werde ich sie hier zeigen. Also, bitte noch ein wenig Geduld.

 

Bleiben wir in Kontakt?

Ich freue mich über jede Mail meiner Leser und antworte so schnell wie möglich. Versprochen. 

Ich verzichte auf Kontaktformulare, die schick aussehen, aber auch eine Einladung für Spam-Post ist. Außerdem will nicht jeder seine Anfrage auf meiner Webseite sehen. Deshalb biete ich lieber meine Mail-Adresse an, das ist persönlicher und sicher. ==> mail@bluepeter.de

 

Der Herbst ist da …

… farbenprächtig

… und sinnlich duftend.

Hamburg zu Fuß

Deichstraße

Der alte Alsterlauf

Fleete + Brücken

Der Alsterkanal

Der Zollkanal

Rund um die Alster

Das Rathaus (von innen)

Das Rathaus (von außen)

Wie alles anfing. Ein Blick in Hamburgs Geschichte.

Über den Hamburger: “Zum Selbstmord nicht geeignet”

"Die besonderen Eigenheiten des Charakters der Hamburger rühren besonders von ihrem Temperament und ihrer Beschäftigung her. Jenes nähert sich dem Phlegmatischen. Der Hamburger hat demzufolge wenig Einbildungskraft und ist daher zur Hypochondrie und zum Selbstmord nicht geeignet. Er besitzt wenig Reizbarkeit und Lebhaftigkeit, er hat mehr Hang zum Ernst als zur Listigkeit, ist mehr sparsam als tätig, ausdauernd, aber nicht erfinderisch. Er beleidigt niemanden absichtlich, nimmt aber Beleidigungen desto übler auf und vergilt sie reichlich. Kurz, er hat alle Eigentümlichkeiten, die den Bewohner des kalten, nebligen Landes auszeichnen. Diese werden durch sein Hauptgewerbe, Handlung, noch mehr bestimmt.

Hamburg ist kein produzierender Staat. Seine Einwohner beschäftigen sich mit dem Landbau gar nicht und mit Fabriken im ganzen genommen nur wenig. Fast alle leben mittelbar oder unmittelbar von der Handlung; sie ist das große Triebrad alles ihres Trachtens, und daher achte sie nur das, was auf diese Beziehung hat. Deshalb schätzen sie an allen Talenten und Wissenschaften nur den praktischen Nutzen. Ein spekulativer Gelehrter oder Dichter würde wenig Glück bei ihnen machen. Zur Dichtkunst haben sie überhaupt sehr wenig Anlage. Den Nationalcharakter der Hamburger machen besonders die Mischung einiger der vorher erwähnten Extreme aus. Dahin gehört besonders die der Dienstfertigkeit und der Grobheit. Jene ist fast jedem Hamburger ohne Ausnahme eigen."

Soweit das Urteil des Hamburger Amtsarztes Johann Jakob Rambach über seine Mitbürger. Er veröffentlichte dies wenig schmeichelhafte Bild im Jahre 1801. Im Kern mag etwas Wahrheit darin stecken, denn tatsächlich haben die Hamburger Senatoren noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigene Universität für völlig Überflüssig gehalten. Das ist nur ein Beispiel für eine Gesellschaft, die vom Handel lebt und deshalb der praktischen Ausbildung stets den Vorrang gab. Und beim zweiten Lesen finde ich seine Beschreibung gar nicht so abwertend. Hamburg ist eine Kaufmannsstadt, sie lebt vom Handel und dafür braucht man einen praktischen Sinn, eine zupackende Art und mutigen Optimismus.

Bewohner

Hamburg hat knapp 2 Mio Einwohner. Ein paar mehr Frauen als Männer, aber kein Grund zur Sorge. Wer will findet seinen Partner. Es gibt jede Menge Singles.

Geographie

Lage: 53°33' N und 10°0' O
Hamburg ist gut 755 qkm groß
misst rund 40 km im Durchmesser
und mehr als 8 % ist Wasserfläche

Keine Riesen, aber immerhin

Fernsehturm: 278 Meter
Nikolaikirche: 148 Meter
Michel: 132 Meter
Elbphilharmonie: 110 Meter

Richtig groß

Hafen: 72 qkm
Flughafen: 5,7 qkm
Friedhof Ohlsdorf: 3,9 qkm
Stadtpark: 1,8 qkm

  • Sommer 2022 - In der HafenCity unterwegs