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BluePeter

Gerade erlebt, fotografiert und veröffentlich

Strandkai

Ganz nah gekommen

Tschüß Hamburg

Bleiben wir in Kontakt?

Ich freue mich über jede Mail meiner Leser und antworte so schnell wie möglich. Versprochen. 

Ich verzichte auf Kontaktformulare, die schick aussehen, aber auch eine Einladung für Spam-Post ist. Außerdem will nicht jeder seine Anfrage auf meiner Webseite sehen. Deshalb biete ich lieber meine Mail-Adresse an, das ist persönlicher und sicher. ==> mail@bluepeter.de

 

Darf’s ein bißchen mehr sein? – Blick in mein Foto-Tagebuch.

Hafengeburtstag

Marathon

Historische Adressen

Die launische Diva

Man trifft sich stets mehrmals

Rasanter Schlußspurt

HMS Portland

Oh, what a night

Das war knapp

Reeperbahn

Coffee Plaza

Galerie: HafenCity im Januar 2024

Auf Spurensuche

Wie alles anfing. Ein Blick in Hamburgs Geschichte.

Hamburg zu Fuß

Glück gehabt

Davidstraße (St. Pauli)

Fleete + Brücken

Der alte Alsterlauf

Fleete zwischen Alster und Elbe

Rund um die Alster

Das Rathaus (von innen)

Das Rathaus (von außen)

Blick vom Michel-Turm auf die Stadt

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Blick über die Elbe
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Blick über die Stadt
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Ein bißchen ‚curios‘

Kennen Sie Johann Carl Daniel Curio? Er war ein zugewanderter Gelehrter aus Helmstedt. In Hamburg bewies er sich als Pädagoge, Privatlehrer und Publizist. Oft nutzte er Pseudonyme für seine Schriften und wählte gerne originelle Namen wie 'Jocosus' oder 'Theophilatropus'. Mein Favorit ist 'Hans Sach der Fünfte'. Der Mann hatte offenbar Humor. 

Er war Mitglied der Patriotischen Gesellschaft und setzte sich aktiv für die Verbesserung des Schul- und Erziehungswesens ein. Selbst hatte er die Kindheit in einem Waisenhaus verbracht, wußte also um die Mängel einer solchen Kindheit. Wir haben seinen Namen immerhin im 'Curiohaus' verewigt.

Von Curio ist ein Satz überliefert, der gerne in Hamburg bis heute zitiert wird. Ich schließe mich nur allzu gerne an:

„Wir haben keinen Adel, keine Patrizier, keine Sklaven, ja selbst nicht einmal Untertanen. Alle wirklichen Hamburger kennen und haben nur einen einzigen Stand, den Stand eines Bürgers. Bürger sind wir alle, nicht mehr und nicht weniger.“

Ein wahrer Satz und ein Umstand auf den man durchaus stolz sein darf. Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache dass Curio selbst nie das Bürgerrecht erworben hatte. Zu seiner Zeit mußte man es sich noch erkaufen. Es gab sogar zwei Klassen, die untere davon wurde von den Spiessbürgern gebildet. Sie hatten nicht genug Geld, um die geforderten Waffen zu erwerben. Man hatte also kein Gewehr, aber immerhin einen Spiess, den man im Fall des Falles einsetzen konnte. Carl Curio hätte sich ein Gewehr leisten können, aber er wollte den Bürgerrechts-Eid nunmal nicht ablegen. Damit war ihm die selbstständige Erwerbstätigkeit verwehrt. Er durfte sich auch keinen Grundbesitz kaufen und war an den Wahlen zur Bürgerschaft ausgeschlossen. Das Bürgerrecht ist heute im Rahmen der Staatsangehörigkeit ein allgemeines bürgerliches Mindestprivileg. Längst ist es selbstverständlich geworden. Trotzdem kann man mal darauf anstossen. Prost.

Ein paar Hilfen, falls der Alltag mal wieder zu grau sein sollte.

Bewohner

Hamburg hat knapp 2 Mio Einwohner. Ein paar mehr Frauen als Männer, aber kein Grund zur Sorge. Wer will findet seinen Partner. Es gibt jede Menge Singles.

Geographie

Lage: 53°33' N und 10°0' O
Hamburg ist gut 755 qkm groß
misst rund 40 km im Durchmesser
und mehr als 8 % ist Wasserfläche

Keine Riesen, aber immerhin

Fernsehturm: 278 Meter
Nikolaikirche: 148 Meter
Michel: 132 Meter
Elbphilharmonie: 110 Meter

Richtig groß

Hafen: 72 qkm
Flughafen: 5,7 qkm
Friedhof Ohlsdorf: 3,9 qkm
Stadtpark: 1,8 qkm

Über den Hamburger: „Zum Selbstmord nicht geeignet“

"Die besonderen Eigenheiten des Charakters der Hamburger rühren besonders von ihrem Temperament und ihrer Beschäftigung her. Jenes nähert sich dem Phlegmatischen. Der Hamburger hat demzufolge wenig Einbildungskraft und ist daher zur Hypochondrie und zum Selbstmord nicht geeignet. Er besitzt wenig Reizbarkeit und Lebhaftigkeit, er hat mehr Hang zum Ernst als zur Listigkeit, ist mehr sparsam als tätig, ausdauernd, aber nicht erfinderisch. Er beleidigt niemanden absichtlich, nimmt aber Beleidigungen desto übler auf und vergilt sie reichlich. Kurz, er hat alle Eigentümlichkeiten, die den Bewohner des kalten, nebligen Landes auszeichnen. Diese werden durch sein Hauptgewerbe, Handlung, noch mehr bestimmt.

Hamburg ist kein produzierender Staat. Seine Einwohner beschäftigen sich mit dem Landbau gar nicht und mit Fabriken im ganzen genommen nur wenig. Fast alle leben mittelbar oder unmittelbar von der Handlung; sie ist das große Triebrad alles ihres Trachtens, und daher achte sie nur das, was auf diese Beziehung hat. Deshalb schätzen sie an allen Talenten und Wissenschaften nur den praktischen Nutzen. Ein spekulativer Gelehrter oder Dichter würde wenig Glück bei ihnen machen. Zur Dichtkunst haben sie überhaupt sehr wenig Anlage. Den Nationalcharakter der Hamburger machen besonders die Mischung einiger der vorher erwähnten Extreme aus. Dahin gehört besonders die der Dienstfertigkeit und der Grobheit. Jene ist fast jedem Hamburger ohne Ausnahme eigen."

Soweit das Urteil des Hamburger Amtsarztes Johann Jakob Rambach über seine Mitbürger. Er veröffentlichte dies wenig schmeichelhafte Bild im Jahre 1801. Im Kern mag etwas Wahrheit darin stecken, denn tatsächlich haben die Hamburger Senatoren noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigene Universität für völlig Überflüssig gehalten. Das ist nur ein Beispiel für eine Gesellschaft, die vom Handel lebt und deshalb der praktischen Ausbildung stets den Vorrang gab. Und beim zweiten Lesen finde ich seine Beschreibung gar nicht so abwertend. Hamburg ist eine Kaufmannsstadt, sie lebt vom Handel und dafür braucht man einen praktischen Sinn, eine zupackende Art und mutigen Optimismus.

  • Sommer 2023 - Im Hamburger Hafen unterwegs